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Bericht über ein Pilot Müll-Projekt in Nord-Ost Bhutan, den Dörfern der Provinz Trashi Yangtse, im April 2015.

Die Provinz Trashi Yangtse(TY) ist mit 24.000 Einwohnern in 117 Dörfern dünn besiedelt, grenzt zu Tibet und Indien-Arunachal und enthält das Bumdeling Wildlife Sanctuary, das im Winter Schwarzhals-Kraniche aus Sibirien beherbergt. In dieser idyllischen Provinz hat die Stadt TY (rd.3.000 Einw.) schon mehrfach den Preis „sauberste Stadt Bhutans“ erhalten, in 2014 aber nur den zweiten Preis. Die Müllsituation in der Stadt und den Dörfern hat sich im letzten Jahren verschlechtert, In den Dörfern, wie auch in manchen Teilen der Stadt, wird der Müll in Erdlöchern gesammelt und verbrannt.

Müllsammlung in offenen Erdlöchern

Verbrennung in Erdlöchern ohne Müll-Trennung

Zur Verbesserung der Müllsituation organisiert die Provinzverwaltung einmal monatlich einen Reinigungstag in Stadt und Dörfern, nahezu alle Bewohner sammeln den herumliegenden Müll, Soziale Pflichten sind in Bhutan üblich, Die Stadt hat eine regelmäßige Müllsammlung und eine Mülldeponie. Im Bemühen, den Preis „sauberste Stadt Bhutans“ zurück zu gewinnen, ja sogar die„sauberste Provinz Bhutans“ zu werden, hat der Provinz-Gouverneur ein Versuchsprojekt zur Müllbewältigung mit dem WWF-Experten Piet Van der Poel und Klaus Schätte (mit 12Jahren Erfahrung in ähnlichen Projekten in Nepal und Indien unter Beteiligung von Dorfgemeinschaften und Trainingsmaßnahmen) gestartet mit den Zielen:

- Durchführung einer Aufklärungs – Kampagne, die vermittelt, das Herumstreuen und Verbrennen des Mülls eine Gefahr für Mensch und Umwelt bedeuten, speziell die übliche Praxis der Verbrennung allen Plastik-Mülls. Insbesondere PVC enthält Chemikalien, die bei Verbrennung giftige Gase freisetzten, die deutliche Gesundheitsgefahren für Mensch, Tier und Umwelt mit sich bringen. Die nicht fachgerechte Entsorgung von Chemikalien (Farben, Reinigungsmittel, etc.) und Elektronikschrott birgt zusätzliche, bisher unbekannte Risiken.

- Vorstellung eines einfachen Systems zur Sauberhaltung der Dörfer durch Aufstellen von Papierkörben, einer regelmäßigen Müllsammlung, Trennung des Mülls für Recycling (Plastikflaschen, PVC, Glas und Metall), Gefahrgut (Chemikalien, Elektronikschrott) und Hausmüll(organisch) zur Kompostierung. Das „Leicht-Plastik“ (Tüten, Verpackung) kann verbrannt werden, zur Vermeidung übergroßer Mengen auf den kaum vorhandenen Deponieplätzen. Die Verbrennung findet, anders als in üblicher Praxis, in einem Selbstbau-Müllofen (Ölfass oder Steinofen) statt, der mit großer Hitze, windgeschützt, das Material fast geruchsfrei vollständig  beseitigt. Der nicht recycelbare Rest (Chipstüten, Tetrapacks) kann wegen der Chemikalien nicht umweltfreundlich verbrannt und muss daher, mangels Deponie, vergraben werden. 

Training in Müll-Trennung

Verbrennung des Leicht-Plastik im Selbstbau-Müllofen

Die Aufklärungs – Kampagne wurde an vier Standorten in Tagesseminaren durchgeführt, um Dorfbeamte, Händler und Schullehrer der Provinz zu erreichen. Alle Themen des Mülls wurden behandelt, die staatlichen Verordnungen, Strafen für Nichtbeachtung und Maßnahmen, die zum Ende der üblichen Praxis der Verbrennung allen Plastik-Mülls führen, Dazu gehört auch die Gründung von Selbsthilfe-Gruppen, ähnlich den Naturschutzgruppen in Schulen und deren Training zur Trennung des Mülls für Recycling, Gefahrgut, Hausmüll,Leicht-Plastik“ und des nicht recycelbare Rests. Die Verbrennung des„Leicht-Plastik“ wurde in einem Selbstbau-Müllofen durchgeführt. Für den nicht recycelbare Rest wurde eine Grabungsstätte gesucht. Für Gefahrgut (Chemikalien, Elektronikschrott, Leuchtstofflampen, Batterien) besteht derzeit noch keine besondere Verfahrensweise zur besonderen Entsorgung. Obgleich vieles davon recycelbar ist, wird dies kaum getan, da indische Händler nur die gängigen  Artikel ankaufen.

Der Provinz-Gouverneur oder sein Stellvertreter waren in den Seminaren und den Trainingsmaßnahmen beteiligt. In den Diskussionen wurde die positive Annahme der vorgestellten Änderungen deutlich, obgleich die damit verbundene Verhaltensänderung nicht sofort zu erwarten ist. Zur Durchsetzung des neuen Systems wurde eine Arbeitsgruppe unter Führung des Umwelt-Beamten der Provinz, Stadt- und Dorfbeamten gegründet. Die Baupläne für die Müllöfen wurden übergeben.

Bau des Stein-Müllofens

Müllverbrennung mit dem Gouverneur am Steinofen

Die Vorstellung des einfachen Systems zur Müll-Trennung und -Verbrennung wurde in gemeinsam an den Seminarstandorten, der Stadt, den drei größten Schulen und der Mönchsschule durchgeführt. Der Müllofen aus einem Ölfass, daher transportfähig, wurde vor Ort, in einer Werkstatt gebaut und zur Demonstration in allen Orten verwendet. Der Steinofen wurde an drei Seminarstandorten durch lokale Kräfte errichtet und in Gebrauch genommen.

 

Bhutan Müll Kurzbericht, 20.5.2015/ kschaette(at)freenet.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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